PWE-Teilnehmerin Anastasia Shubina erfuhr große Unterstützung

Im Mai dieses Jahres hat Anastasia Shubina die Qualifizierung „Einsteigen – Umsteigen – Aufsteigen“ im Rahmen von „Perspektive Wiedereinstieg“ erfolgreich beendet. Zuvor hat sie sich viele Jahre primär um die Erziehung ihrer Kinder gekümmert. Die dreifache Mutter hat als junge Frau Geschichte und Völkerkunde in Russland studiert und war anschließend sogar Doktorandin in Sankt Petersburg. Doch dann hatten ihr Mann und sie die Idee einen Neuanfang in Deutschland zu wagen. Eine Zeit lang lebten sie in der kleinen Universitätsstadt Tübingen im deutschen Südwesten. Dort arbeitete ihr Mann als Wissenschaftler. Das war eigentlich auch Anastasias Plan, in die Wissenschaft zu gehen. Aber die Kinder standen für sie immer an erster Stelle. Zudem war ihr nie langweilig, denn die Themen, mit denen ihr Mann sich beschäftigte, gehörten immer schon zu ihnen beiden, erklärt sie. Sie habe dadurch immer an seiner Arbeit teilgenommen. Neben der Erziehung der Kinder hat sie „regelmäßig verschiedene Vorträge gehalten. Über die russische Kultur, über die russische Kirche…“ Außerdem hat Anastasia ihr Gemeindeleben in Tübingen kulturell mitorganisiert.

Die Erziehung ihrer Kinder nahm den größten Teil ihrer Zeit in Anspruch. Denn sie lag komplett in den Händen von ihr und ihrem Mann: „Wir hatten nie die Großeltern in der Nähe, daher gehört das Elternsein nur zu uns. Wir konnten die Kinder nicht einfach irgendwo abgeben.“ Anastasia erzählt, dass sie es auch nie über´s Herz brachte, ihre Kinder fremdbetreuen zu lassen – eine Tageseinrichtung war also keine Option. Ihre drei Kinder haben jeweils etwa sieben Jahre Altersunterschied. Aber jetzt sei die Zeit gekommen, so Anastasia. „Jetzt kann man sagen, die Kinder sind groß. Man spricht oft von der Eltern- oder Familienpause aber das passt zu mir nicht. Das war meine Eltern-Epoche. Ich bleibe natürlich auch heute gerne Mutter aber jetzt fühle ich, dass ich Zeit habe, etwas anzufangen“, erzählt sie mit einem Lächeln im Gesicht.

Auf die Frage, wie sie PWE-Teilnehmerin wurde, antwortet Anastasia ganz simpel: „Ich hatte Kontakt mit dem Arbeitsamt, habe mich als arbeitsuchend gemeldet und dann wurde mir dieser Kurs empfohlen.“ Erwartungen hatte sie keine als sie im September 2020 ihre Qualifizierung startetete: „Ich bin einfach hin und ich bin sehr zufrieden mit dem was ich bekommen habe.“ Als dann im Herbst vergangenen Jahres der zweite Lockdown startete, war sie zunächst verunsichert: „Zuerst war ich sehr enttäuscht, dass ich vor dem Bildschirm sitzen muss, aber dann habe ich das anders gesehen, denn ohne diesen Bildschirm hätte überhaupt nichts stattgefunden. Dann habe ich gemerkt, dass es eigentlich gar nicht schlecht ist. Es war bestimmt besser als bei vielen anderen, die in dieser Zeit nichts zu tun hatten.“

Trotz des überwiegenden Online-Unterrichtes, aufgrund der Pandemie, ist Anastasia begeistert von ihrer Teilnahme am ESF-Bundesprogramm „Perspektive Wiedereinstieg“. Entgegen ihrer Vorstellung, dass es sehr bürokratisch ablaufen würde sei der Umgang mit den Teilnehmerinnen sehr menschlich gewesen und habe auf einer persönlichen Ebene stattgefunden: „Es ist überhaupt nicht bürokratisch, sondern eine sehr private Situation. Man hört dich, man fühlt dich, man begleitet dich. Man hilft zum Beispiel dabei Bewerbungen zu schreiben, man unterstützt praktisch und auch psychologisch.“ Zudem betont Anastasia, dass es wichtig sei, dankbar für den fachlichen Rat zu sein, den man unter anderem bei Perspektive Wiedereinstieg bekommt: „Wichtig ist, keine Angst vor den Ratschlägen zu haben und den Weg zu gehen, den die Fachleute empfohlen haben.“

Das Praktikum im Rahmen der Qualifizierung hat Anastasia in der Bürgerstiftung Göttingen absolviert. Ihr vorrangiges Ziel war es, nette Menschen kennenzulernen und das habe Anastasia dort in vollem Maße erlebt: „Es ist eine gemeinnützige Organisation, die Kindern und Jugendlichen hilft und obwohl mein Praktikum jetzt vorbei ist, will ich, solange ich kann, ehrenamtlich weitermachen.“

Anderen, die auf der Suche nach einer neuen Perspektive sind oder sich umorientieren wollen, gibt Anastasia folgenden Rat: „Man sollte sich nicht zu sehr kritisch sehen, sondern versuchen sich so zu sehen, wie die Leute dich sehen, die dich lieben.“ Wir drücken Anastasia die Daumen, dass sie eine für sich tolle Aufgabe für die Zukunft finden wird.